Meteora-Klöster, Griechenland

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Meteora bedeutet "in der Luft schwebend" und die Meteora-Klöster befinden sich auch tatsächlich fast im Himmel. Auf erstaunlich unzugänglichen Felsnadeln in bis zu 300 m Höhe, am Rande des Pindosgebirges in Thessalien gelegen, blicken sie weit über das Peneiostal in Zentralgriechenland.
Bis 1920 mußten Besucher sie auf gefährlichen und wackeligen Leitern erklettern, die bei Gefahr einfach eingeholt wurden. Die Leitern waren 30 m oder länger und wurden am Felsen befestigt oder man zog Besucher ganz einfach in Netzen nach oben. Die Felsnadeln bestehen aus Konglomeratsand- stein, der vor 60 Mio. Jahren den Grund des Meeres bildete, das Thessalien damals bedeckte. Versorgungsgüter werden noch immer in Netzen nach oben transportiert, doch die Klöster können heutzutage über lange in den Felsen gehauene Treppen oder Brücken erreicht werden. Viele Mönche haben die Klöster verlassen um sich ihre Abgeschiedenheit zu bewahren, so daß sie heute eher Museen als Klostergemeinschaften gleichen. Gott an entlegenen und öden Orten zu verehren ist seit jeher ein zentrales Element der christlichen Religion, wie man es auch in Kappadokien sieht.
Bereits im 5. Jhd. besiedelten religiöse Asketen die z.T. 550 m hohen Felsen. Felsvorsprünge und -spalten boten Schutz vor den Naturgewalten, die steil abfallenden Felswände hielten ungebetene Besucher fern. An Sonn- und Feiertagen versammelte man sich in einer schlichten Kapelle am Fuße des Felsens Doupiani. Gegen Ende des 12. Jhd. waren sie schließlich zu einer losen Gemeinschaft zusammengewachsen, die die Regeln der Einsiedelei respektierte. 1360 siedelte sich der Begründer des Hauptklosters "Gegalo Meteoron", der Mönch St. Athanasios vom Berg Athos, dort an. Die Legende erzählt, das er zum Standort des heutigen Klosters von einem Engel oder Adler empor getragen wurde.
Sein Schüler Joasaph, ein Sohn des serbischen Königs, hat das Kloster 30 - 40 Jahre später weiter ausgebaut. Im 15. und 16. Jhd., als die Türken Thessalien erobert hatten, entstanden über 30 weitere Ordensgemeinschaften. Während des 17. und 18. Jhd. setzte ein langsamer und stetiger Niedergang ein, die meisten Meteoragemeinschaften haben sich nicht erhalten. Die Klöster selbst sind aus Stein erbaut, sie haben rote Ziegeldächer und hölzerne Galerien die sich über tiefen, schwindelerregenden Schluchten befinden. Im Kloster gibt es mehrere enge Zellen für die Mönche, eine Kirche und ein Refektorium für die gemeinsamen Mahlzeiten, in den Felsen gehauene Zisternen fangen das Regenwasser auf. Die meisten Klöster waren für Männer bestimmt, doch es gibt auch einige Nonnenklöster.
Heute werden nur noch 5 bewohnt: Meteoron, Agias Trias und Varlaam von Mönchen, Agios Stephanos und Roussanou von Nonnen. Leider hat der Tourismusboom des 20. Jhd. die Meteora-Klöster in ein Freilichtmuseum verwandelt. [sh]

Links:

Meteora-Klöster auf den Seiten des griechischen Kulturministerums


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