Chinesische Mauer, China

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Die Chinesische Mauer, auch Große Mauer genannt, gilt als eines der größten bautechnischen Bravourstücke aller Zeiten.
Mit der Errichtung der ersten Abschnitte wurde unter Kaiser Qin Shi Huangdi im Jahre 220 v.Chr. begonnen. Die in einer 10 Jahre dauernden Bauzeit errichtete Mauer bestand anfangs nur aus Erdwällen, aufgeschichteten Felsbrocken und Palisadenwänden. Einige Teilabschnitte existierten bereits, errichtet von kleineren konkurrierenden Königreichen, und man erneuerte und verband diese unter Qin Shi Huangdis Herrschaft miteinander. Die Mauer war als Bollwerk gegen die kriegerischen mongolischen Nomaden aus dem Norden geplant und sollte auch die Macht und Herrlichkeit des Kaisers demonstrieren. Dafür beauftragte der Kaiser seinen erfolgreichsten General Meng-Tian mit dem Bau.

Von nun an wurde die Mauer wesentlich solider gebaut. Sie steht auf steinernen Fundamenten und ist mit Erde und Ziegeln errichtet. Nur die äußere Verkleidung besteht aus Bruchsteinen, die bis zu einem Meter dick ist, der Zwischenraum wurde mit Geröll, gestampfter Erde und anderen Materialien aufgefüllt. Von den Wachtürmen konnten in bis dato nie erreichter Geschwindigkeit Nachrichten mittels Flaggen, Rauchzeichen und nachts durch Feuer übermittelt werden. Ergänzt wurde das Grenz- sicherungssystem durch den Bau von Soldatenunterkünften und die Anlage befestigter Forts an strategisch wichtigen Stellen. Wenn Sie ihrer Länge nach besetzt war, war die militärische Bedeutung der Mauer enorm. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie dennoch vernachlässigt und verfiel allmählich.
Eine Legende besagt, daß Kaiser Qin Shi Huangdi von einem Magier weisgesagt wurde, die Mauer werde erst dann fertig sein, wenn "Wan" oder 10000 Menschen in ihr begraben sind. Nach langer Suche fand der Kaiser schließlich einen Mann namens Wan, ließ ihn töten und einmauern.
Wahrscheinlich wurden auch viele tausend Arbeiter die bei den Bauarbeiten starben in der Mauer beerdigt, was zu dem Namen "Mauer der Tränen" oder auch "längster Friedhof der Welt" führte.
Im Jahre 446 n.Chr. berief Taiping Zhenjun 300000 Arbeiter zum Bau eines weiteren Abschnittes ein. Tian Bao preßte 555 n.Chr. 1,8 Millionen Bauern zu weiteren Bauarbeiten an der Mauer. Ab 607 n.Chr. wurde sie unter der Sui-Dynastie rekonstruiert, bis zu 1 Million Arbeiter sollen während dieser Bauperiode beteiligt gewesen sein, wovon die Hälfte starb. Die heutige Gestalt erhielt die damals massivste Verteidigungsanlage der Welt während der Ming-Dynastie (1368-1644). Sie verläuft, beginnend in der Nähe des Bo-Hai-Sees, nordöstlich von Peking über Nordchina in die Wüste Gobi. Angaben zur Gesamtlänge der Mauer variieren, sie windet und krümmt sich im Gelände und es gibt parallele Schutzwälle die mitgezählt werden können. Die Luftlinie zwischen den Endpunkten beträgt 2450 km, mit allen Biegungen und Abzweigungen liegt ihre Länge zwischen 6000 km und 6500 km.
Die Große Mauer diente nicht nur als Schutzwall, sondern auch als Straßen- verbindung. Bei einer Breite von 5,5m an der Mauerkrone, konnten 10 Infanteristen nebeneinander marschieren oder 5 Kavalleristen nebeneinander reiten. Die Höhe schwankt je nach Geländeprofil zwischen 3m und 8m, die Beobachtungs- türme erreichen 12m. Auf der gesamten Länge wurde die Mauer in 9 militärische Zonen eingeteilt, jede mit einem General und einem Hauptquartier in einer Stadt längs der Mauer oder einem wichtigen Fort. Bei einem Angriff wurden die Generäle dem Kriegsminister unterstellt.
Entgegen immer noch verbreiteten Gerüchten, ist die Mauer nicht vom Mond aus zu sehen, wohl aber aus dem All, wenn auch nur als dünne Linie.
Ungeachtet aller militärischer Aspekte stärkte die Chinesische Mauer, dadurch das sie die Menschen im Land hielt, auch das national geprägte Zusammengehörigkeitsgefühl der Chinesen und gehört ohne Zweifel zum Kulturerbe der Menschheit.  [sh]

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