Akropolis von Athen, Griechenland

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Im Jahre 448 v.Chr. beauftragte Perikles den Baumeister Iktinos und den Bildhauer Phidias mit dem Weiterbau des Parthenon-Tempels, gedacht war es wohl als sein Beitrag zur antiken "Vollbeschäftigung" für Arbeitskräfte. 10 Jahre nach Beginn der Bauarbeiten erhob sich auf dem Kalksteinfelsen im Süden Athens einer der größten Tempel der Antike, der den Höhepunkt der griechischen Klassik markiert. Statt sich an der prächtigen Kultstätte für die Schutzgöttin der Stadt, Athena Parthenos, zu freuen, überhäuften die Zeitgenossen den Staatsmann mit Vorwürfen und nannten ihn einen verschwendungssüchtigen Baumeister, der seine Stadt wie eine Prostituierte herausputzt. Trotz aller Kritik war der Tempel für die nachfolgenden Generationen ein Symbol der geistigen, kulturellen und politischen Größe Athens.
Im Mittelalter wurde der Parthenon in eine Marienkirche umgewandelt, später war er Sitz der fränkischen Kreuzfahrer. Nach dem Osmaneneinfall ließ der Sultan im Erechtheion seinen Harem einquartieren, während der venezianischen Belagerung 1687 explodierte ein Pulvermagazin, das die Türken im Parthenon untergebracht hatten. Wann das mit Elfenbein, Gold und Juwelen geschmückte Standbild der Athene verschwand ist heute nicht mehr zu klären.
Zu Beginn des 19. Jhd. ließ Lord Elgin den Großteil der weltbe- rühmten Skulpturen aus den Giebelfeldern, sowie die Metopen entfernen. Durch Verkauf kamen sie 1816 ins britische Museum, wo sie noch heute zu bewundern sind. Seit einigen Jahrzehnten verwandelt der saure Regen über Athen die Marmorblöcke langsam in weichen Mörtel. In den 20er Jahren des 20. Jhd. eingesetzte Eisen- klammern sind mittlerweile so stark verrostet und geschwollen, daß die Steine an vielen Stellen Risse haben. Aus der Antike sind uns 3 Tempel erhalten geblieben: der Parthenon, das Erechtheion, der Niketempel und ein prachtvolles Torgebäude, die Propyläen. Die Phantasie läßt eine Epoche lebendig werden als Athens Einwohner über den "Heiligen Weg" (Iera Odos), anlässlich des alle 4 Jahre stattfindenden Panathenäen-Festes, zum Hauptplatz, der Agora, zogen. Durch das Beulé-Tor betraten die Besucher die geweihte Stätte, in deren Zentrum der einst bemalte Parthenon stand, 69,5 m lang und 30,5 m breit, mit einer äußeren Säulenhalle (das Peristyl) die die Cella umschloß. Das Peristyl bestand aus 46 Säulen, 17 waren an den Längs-, 8 an den Frontseiten sichtbar. Die Vorstellung das griechische Tempel weiß waren ist schlicht falsch, sie hatten eine bunte, ja eher kitschige Bemalung. Während im dafür vorgesehenen Kultareal Opfertiere geschlachtet wurden, ertönten von überall her die Schreie der Eulen, den geheiligten Tieren der Athene. Auf dem Ostgiebel war die Geburt der Athene zu sehen: Hephaistos spaltet mit einer Axt Zeus' Schädeldecke und die rüstungtragende Jungfrau entsteigt diesem.
Der Siegesgöttin geweiht ist der zierliche Tempel der Nike, die hier anders als sonst als "Nike Apteros" keine Flügel trägt, der Sieg sollte nicht aus Athen davon fliegen. Der während der Türkenzeit stark beschädigte Fries zeigt Kampfszenen zwischen Persern und Griechen und ist damit für hellenische Tempel unüblich, sonst wurden eher mythologische Szenen gezeigt. Das Erechtheion, geweiht der Athena Polias, ihrem Widersacher Poseidon, sowie den beiden mythischen Urkönigen Kekrops und Erechtheus, hebt sich durch den eleganten Baustil von den übrigen Gebäuden der Akropolis ab. Da es als Begräbnisstätte vorgesehen war, erhielt es einen Vorbau mit Karyatiden, Säulen in Mädchengestalt, als Stützen. Im Inneren befand sich das Holzstandbild der Athene und der legendäre Ölbaum, den Athene aus dem Felsen zauberte, um im Kampf für die Unabhängigkeit Athens ihren Gegner Poseidon zu überflügeln. Schneller als erwartet werden die Besucher wieder zurück in die Gegenwart geholt. Etliche Gebäude auf der Akropolis sind seit Jahren eingerüstet und die Restaurierungsarbeiten werden sich wohl noch Jahre hinziehen. [sh]

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